Im November 1991 wurde für die in Deutschland tätigen Rückenschullehrer der Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. gegründet. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, insbesondere der Wirbelsäule, nahmen stark zu und die gesundheitspolitische Dimension war allein aufgrund der enormen Kosten unübersehbar [1].
Die Gründe für Rückenleiden waren und sind vielfältig: Bewegungsmangel, Muskelschwäche, muskuläre Dysbalance, Fehl- und Überbelastung sowie psychosoziale und psychosomatische Probleme kennzeichnen das Ursachenspektrum. Aufgrund dessen müssen Maßnahmen zur Prävention, Gesundheitsförderung, Therapie und Rehabilitation ebenfalls vielfältig und interdisziplinär in Angriff genommen werden.
Der BdR hat bundesweit kooperierende Stützpunkte für die Fort- und Weiterbildung der Rückenschullehrer eingerichtet. So ist gewährleistet, dass das konzipierte interdisziplinäre Wissen konsequent weitergegeben wird und zudem die Möglichkeit der Qualitätsprüfung und Qualitätssicherung besteht.
Das Aufgabengebiet erstreckt sich über den gesamten menschlichen Lebenszeitraum. Als präventive Arbeit beginnt sie bereits in der Kita, befasst sich mit der Verhaltens- und Verhältnis-Prävention in der Schule, in der Ausbildung, am Arbeitsplatz, beim Sport und im Alter.
Darüber hinaus füllt die orthopädische rehabilitative Rückenschule die Lücke zwischen orthopädischer Therapie einschließlich Physiotherapie und gesundheitlich orientiertem Sport.
Der BdR ist unabhängig von wirtschaftlichen Eigeninteressen – er berät seine Mitglieder bei der Planung und Durchführung von Rückenschulkursen sowie beim Erhalt und der Verlängerung von Rückenschullehrer-Lizenzen.
Der BdR e. V. trägt dieser Erkenntnis durch die fachübergreifende Zusammenarbeit von Orthopäden, Fachärzten für Physiotherapie, Ärzten für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Arbeitsmediziner, Physiotherapeuten, Psychologen und Sportpädagogen bereits auf der Vorstandsebene Rechnung.
Der BdR e. V. war es u.a., der aus den über Jahre hinweg bewährten, aber inhaltlich und organisatorisch unterschiedlichen Rückenschulkonzepten der Berufsverbände ein einheitliches Rückenschulkonzept zur Prävention von Rückenleiden geschaffen hat.
Vor dem Hintergrund, dass Rückenprobleme im 21. Jahrhundert als Volksleiden gelten müssen, hat die Prävention und Therapie nicht an Bedeutung verloren. Der BdR e. V. vertritt daher ein einheitliches Konzept. Dieses ist für Anbieter (Rückenschulen), Verbraucher (Rückenschulteilnehmer) und Kostenträger (Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Arbeitgeber) überschaubar und auf seine Effizienz hin prüfbar (Evaluation). Zudem dient es der Qualitätssicherung der Präventions- und Rehabilitationsmaßnahme „Rückenschule“.
Eine solche Abstimmung der Lehrinhalte mit verschiedenen Berufsverbänden und dem wissenschaftlichen Fachverband, der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC) schafft die Grundlage für die tragfähige und wirksame Prävention und Rehabilitation. Und sie kann für weitere schwierige Problembereiche im Gesundheitswesen modellhaft sein. Das Konzept der BdR Rückenschule basiert auf den Empfehlungen der Nationalen Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz (NVLKS).
[1] Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE), Robert Koch-Institut, www.rki.de