Der BdR lädt alle Experten:innen auf dem Gebiet der Rückengesundheit zu einer zielorientierten und konstruktiven Mitarbeit beim Netzwerk Rückengesundheit ein. Unser gemeinsames Ziel ist: die Förderung der Rückengesundheit auf den verschiedensten Präventions- und Interventionsebenen evidenzbasiert weiterzuentwickeln. Die erste Maßnahme des BdR-Netzwerkes Rückengesundheit bestand 2022 in der Etablierung einer Curriculumskommission, die das BdR-Curriculum erarbeitet hat. Dieses ist die Grundlage für die BdR-Stützpunkte und deren Kooperationspartner im Rahmen der Fortbildung von Fachkräften für Rückengesundheit (beinhaltet Rückenschullehrer:in) nach dem GKV Leitfaden.
Rückblick:
Ende der 1990er-Jahre stand die „klassische Rückenschule“ mit ihrer biomedizinischen Ausrichtung und der strengen Dichotomisierung von richtigem und falschem Haltungs- und Bewegungsverhalten in der Kritik. Kritisiert wurden vor allem die fehlenden Wirksamkeitsnachweise, mangelnde Qualitätssicherung und die unzureichende Berücksichtigung biopsychosozialer und gesundheitspädagogischer Aspekte.
Vor diesem Hintergrund sahen die neun führenden deutschen Rückenschul- und Bewegungsfachverbände einen hohen Handlungsbedarf. Im Jahre 2004 wurde mit Unterstützung der Bertelsmann-Stiftung ein Kooperationsvertrag zwischen den Verbänden zur gemeinsamen Weiterentwicklung der „Präventiven Rückenschulen“ geschlossen und die Konföderation der deutschen Rückenschulen (KddR) gegründet. Die gemeinsame Aufgabe war die Vereinheitlichung von Zielen, Inhalten, Methoden und Zielgruppen sowie die Erarbeitung eines modular aufgebauten Konzepts für die Neue Rückenschule. Im Jahr 2006 veröffentlichte die (KddR) ein Curriculum für die Fortbildung von Rückenschullehrenden. In den folgenden acht Jahren erlangte das Curriculum bei den gesetzlichen Krankenkassen eine hohe Wertschätzung, sodass die Verbände ihre gemeinsamen Anstrengungen zur Qualitätssicherung konsequent fortsetzten.
Veränderung:
Ab 2018 sank in den Verbänden das allgemeine Interesse an der KddR. Diese Entwicklung wurde durch einschneidende Veränderungen in der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) beschleunigt. So forderte zum Beispiel die ZPP für die Anbieterqualifikation im Handlungsfeld Bewegung nicht mehr die Verlängerung der Rückenschullizenz. In der Folge verließen mehrere Verbände die KddR. In dieser Situation hat der BdR die Initiative für das Netzwerk übernommen.
Denn viele Jahre lang haben sich die Mitgliedsverbände und auch der BdR mit starkem Einsatz an der konzeptionellen und zukunftsorientierten Arbeit zum Thema: „Stärkung der Rückengesundheit” in der KddR engagiert. Gemeinsam konnte die KddR Erfolge und Errungenschaften erzielen, die nicht einfach aufgegeben werden sollten. Stattdessen sollten Curricula, Qualitätsstandards und Strategien zur Stärkung der Rückengesundheit auf Basis aktueller wissenschaftlicher Grundlagen weiterentwickelt und aktualisiert werden.
Neustart:
Deswegen lädt der BdR auch weiterhin alle Experten:innen auf dem Gebiet der Rückengesundheit zurr zielorientierten und konstruktiven Mitarbeit ein. Unser gemeinsames Ziel ist: die Förderung der Rückengesundheit auf den verschiedensten Präventions- und Interventionsebenen evidenzbasiert weiterzuentwickeln. Dabei ist die Studienlage eindeutig: Multimodale Rückengesundheitskonzepte bilden die beste Grundlage für die gewünschte Wirksamkeit. Eine interprofessionelle Zusammenarbeit ist deswegen unerlässlich.